Hernie bei Kindern und Babys
Brüche sind bei Kindern häufig, vor allem Leisten- und Nabelbrüche. Der Nabelbruch heilt meist von selbst, der Leistenbruch muss dagegen früh operiert werden.
Inhalt
Warum bekommen Kinder Brüche?
Meist angeboren – eine Öffnung hat sich nicht geschlossen. Schreien verursacht keinen Bruch. Siehe Ratgeber.
Leistenbruch beim Kind
Der Processus vaginalis bleibt offen: Darm oder Eierstock können eintreten (Hernie) oder nur Flüssigkeit (Hydrozele). Betrifft 1–5 % der Kinder, ~30 % sehr Frühgeborener, vor allem Jungen.
Symptome: Beule in Leiste, Hodensack oder Schamlippe, die beim Schreien erscheint und in Ruhe verschwindet.
Warum nicht abwarten? Das Einklemmungsrisiko ist bei Säuglingen viel höher als bei Erwachsenen und kann Darm, Hoden oder Eierstock schädigen.
OP: Bruchsackabtragung ohne Netz, offen über kleinen Schnitt oder laparoskopisch; meist ambulant.
Nabelbruch beim Kind
Sehr häufig, selten eingeklemmt, schließt sich meist bis zum 4.–5. Lebensjahr. Keine Münze aufkleben. OP bei Persistenz, Pforte > 1,5–2 cm oder Einklemmung. Siehe Nabelbruch.
Leistenbruch oder Hydrozele?
| Leistenbruch | Hydrozele |
|---|---|
| Darm oder Eierstock | Nur Flüssigkeit |
| Wechselt mit Schreien | Eher konstant |
| Frühe OP | Verschwindet oft bis 1–2 J. |
Notaufnahme, wenn die Beule hart, schmerzhaft und nicht reponibel wird, sich rot oder blau färbt, bei untröstlichem Schreien, Erbrechen oder Trinkverweigerung. Siehe Komplikationen.
Häufige Fragen
Ist ein Bruch beim Baby gefährlich?
Wird bei Kindern ein Netz verwendet?
Wissenschaftliche Quellen
⚠ Diese Website dient der Gesundheitsaufklärung und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei plötzlichen starken Schmerzen am Bruch, Erbrechen oder Verfärbung der Schwellung sofort die Notaufnahme aufsuchen.